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Kritik des VWL-Studiums

9 July 2006

interessanter Vortrag von Dr. Peter Decker, allerdings sehr polemisch und teilweise fehlerhaft. Man kann ihn als Ansatz verstehen, unser Fach zu reflektieren.

als MP3 (134min. Vortrag, 32MB mit DSL ca. 2min. download)
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So erklären sich nicht nur Darmstädter Wirtschaftsweise den Kapitalismus: Ein nutzenmaximierender Funktionszusammenhang

Die Volkswirtschaftslehre vereint das Bild einer exakten Wissenschaft mit einer unverkennbaren und auch gar nicht verheimlichten Parteilichkeit für die Interessen des Kapitals, sowie die wirtschaftspolitischen Interessen des kapitalistischen Staats. Aus den Zöglingen dieses Fachs rekrutieren sich die Manager der großen Konzerne, die Wirtschaftspolitiker und die Experten, die sie beraten. In Tat und Rat treten die so Ausgebildeten für mehr Reichtum durch mehr Armut ein; empfehlen die Beförderung des Kapitalwachstums durch sinkende Löhne und schlechtere Renten für die Normalmenschen sowie durch Steuergeschenke an “die Wirtschaft”. Alle Härten des Kapitalismus, besonders aber den dauerhaften Vorrang der Kapitalinteressen vor allen anderen Interessen, erklären sie den nicht so Privilegierten als neutrale Sachzwänge allen Wirtschaftens, denen die Menschen zu ihrem Besten zu gehorchen haben.
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Einsichten dieser Art deduzieren die Vertreter der Wirtschaftswissenschaften direkt aus den Modellen ihrer an der Physik orientierten exakten Wissenschaft. Wer das Fach studiert, muss viel rechnen, mit Integral und Differenzial umgehen. Grundsätzlich definiert die VWL ihre Erkenntnisobjekte nämlich durch Funktionsgleichungen. Preis, Lohn, Profit, Zins, Arbeitslosigkeit, Wachstum – alles ist ein “f(x)”. Mit was für Größen sie da rechnen, was die ökonomischen Tatbestände sind, die sie als Funktionen anderer Tatbestände ausdrücken, interessiert moderne Ökonomen weniger. Es kümmert sie auch nicht, dass sie, wenn sie den Preis als Funktion von Angebot und Nachfrage, und dann die Nachfrage als Funktion des Preises bestimmen, lauter Tautologien und Zirkelschlüsse produzieren, die nichts erklären, sondern eben nur den Schein erzeugen, das kapitalistische Wirtschaften sei ein komplexes aber berechenbares Zusammenwirken von Faktoren, deren jeder von allen andren abhängt und auf alle anderen wirkt.
Das ist dann auch das wesentliche Urteil, das sie über ihren Gegenstand zusammenbringen: Den ganzen Ausbeutungsladen mit seinen Härten, Sachzwängen und Abhängigkeiten zeichnen sie als einen rationalen und zweckmäßigen Funktionszusammenhang zur Steigerung des allgemeinen Nutzens.

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Ganz so automatisch, wie ihr Lehrgebäude es behauptet, klappt der selbststeuernde Wirtschaftsprozess dann doch nicht. Damit das Wachstum vorankommt, darf und soll der Staat politisch eingreifen – aber bitte marktkonform. Sonst rächt sich’s.
Dem korrekten wirtschaftpolitischen Eingreifen widmen die Weisen von den Wirtschaftsforschungsinstituten ihre berüchtigten Prognosen, die regelmäßig daneben liegen, ohne dass sich jemand groß daran stört. Anstatt dass die Wissenschaft den Lauf der wirtschaftlichen Dinge vorausberechnen könnte und wenigstens theoretisch im Griff hätte, korrigiert der Lauf der Dinge einfach die Prognosen, und die Forscher machen neue – bis zum nächsten Mal. Vielleicht könnte das ein erster Hinweis darauf sein, dass es mit der Vernunft und Ausrechenbarkeit der kapitalistischen Konkurrenz, wie mit den Gesetzen und Gleichungen der Volkswirtschaftslehre doch nicht so weit her ist. Weitere systematische Hinweise bietet der Vortrag

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2 Responses to “Kritik des VWL-Studiums”

  1. webmaster Says:

    Hallo,

    interessant wäre ja zu erfahren, in welchen Punkten Du die Darstellung von Decker als “fehlerhaft” erachtest, dann könnte man darüber diskutieren. Mann _kann_ den Vortrag gewiss als alles mögliche auffassen - ob er jedoch dadurch richtig charakterisiert ist, dass man ihn _als Ansatz_ auffassen kann, gar um - nein kein richtiges Urteil über die VWL zuwege zu bringen -, über das Fach mehr oder minder folgenlos zu reflektieren, wage ich zu bezweifeln.

    Gruss

    webmaster@contradictio.de

  2. Katymosscow Says:

    Ипотечные ставки в США за неделю выросли — впервые за месяц,
    сообщила ипотечная компания Freddie Mac. Средняя ставка пл 30-летним
    жилищным кредитам выросла до 4,84% с 4,78% неделей ранеее. Ставка
    по кредитам на 15 лет также выросла — с 4,48% до 4,51%.
    Американскиеэкспекрты отмечают …

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